Seit dem 11. Februar 2011 ist alles anders im einstigen Land der Pharaonen. Viele sehnten den Tag herbei, andere, besonders all jene, die dem Regime nahe standen, versuchten durch Ankündigungen von Regierungsumbildungen und anderen, das Volk nicht zufriedenstellende Maßnahmen diesen so lange es ging hinauszuzögern. Zuletzt geschah dies durch ex-Präsident Mubaraks schwer verständliche Aussagen, seinem bisherigen Vize Omar Suleiman Teile der Amtsgeschäfte zu übergeben. Doch es half alles nichts, die Stimme des Volkes, rasend vor Wut auf die Machthaber, wurde schließlich gehört. Nach dem „Tag des Zorns“ am 25. Januar, an dem die Proteste ihren Anfang nahmen, ist es nun also doch innerhalb relativ kurzer Zeit zu einer Wende gekommen: Der autoritäre Machthaber Mubarak musste abdanken und die Notstandsgesetze wurden nach 30 Jahren aufgehoben. Zu groß wurde der Unmut der Bevölkerung über das System, das als hauptverantwortlich für Probleme wie die wachsende Arbeitslosigkeit und Armut unter der durchschnittlich sehr jungen Bevölkerung Ägyptens angesehen wird. Doch so sehr die Menschen im Land die Revolution auch bejubeln, die Zukunft bleibt indes ungewiss.

Die Folgen der Unruhen

Als den europäischen Außenbehörden die Dimensionen der Unruhen bewusst wurden, gaben zahlreiche Länder Reisewarnung unterschiedlichen Ausmaßes heraus. Urlauber, die zu diesem Zeitpunkt in Ägypten und dort hauptsächlich in den Tourismuszentren am Roten Meer weilten, wurden teilweise im Rahmen von Rückholaktionen aus den betroffenen Gebieten ausgeflogen. Viele von ihnen ließen sich von der Revolte auf Kairos Tahrir-Platz jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Nicht zuletzt auf Grund der Reisewarnungen blieben jedoch nachkommende Touristen aus, was für die Wirtschaft des Landes eine wahre Katastrophe darstellen könnte. Der abrupte Rückgang an Urlaubern betrifft derzeit mindestens 400 000 Ägypter, die in dieser Branche tätig sind, sowie unzählige Mitarbeiter in außenstehenden Betrieben, die für die Versorgung der Tourismusbetriebe unerlässlich sind. Insgesamt hängen rund 2 Millionen Arbeitsplätze am Tourismus, was etwa jedem zehnten Bürger des Landes entspricht.

Schnelles Handeln ist gefragt

Um die Einbußen für das ohnehin von Armut stark betroffene ägyptische Volk möglichst klein zu halten, sind nicht zuletzt Politik und Medien in Europa gefragt. An ihnen liegt es nun, den Menschen Ägypten als sicheres Reiseland zu vermitteln. Vertreter von Tourismusbetrieben am Roten Meer bekräftigen, dass nach Mubaraks Rücktritt die Situation wieder völlig normal sei und bitten Medienvertreter, die Nachricht an alle zu verbreiten: Ägyptens Status sei nun wieder als „safe“ zu betrachten. Die wichtigsten Reiseveranstalter in Europa haben bereits angekündigt, Reisen nach Ägypten wie auch nach Tunesien ab März wieder durchzuführen. Diese Maßnahme könnte einen wichtigen Beitrag zur Erholung der brachliegenden Wirtschaft in Ägypten leisten. Fröhliche Touristen, die beim Discounter Reisen buchen und Cocktails schlürfend ihren Urlaub am Roten Meer genießen, bringen dem Land vielleicht sogar noch mehr, als nur das dringend notwendige Geld.

Comments are closed.

-->